Wildheit …
Das Synonymwörterbuch setzt Wildheit mit Raserei, Tobsucht, Wut gleich.
Wildheit, wie ich sie meine, ist anders. Sie ist da
– wenn Pwyll, Fürst von Dyfed, Arawn, dem König der Anderwelt verspricht, alles zu tun, um seine Gunst zu erlangen
– wenn Conn-Eda den Anweisungen des kleinen struppigen Pferdes folgt, auch als es seinen Tod durch ihn verlangt
– wenn Zottelhaube bedenkenlos und unverzagt gegen die Trollhexen antritt.
Dann leuchten die Augen, der ganze Körper ist voller Spannung, Energie sammelt sich, man ist klar ausgerichtet.
Mit aller Kraft ist man bereit, das Seine zu tun.

Wildheit hat auch etwas mit Wildnis zu tun. Man tritt in sie ein, öffnet sich und dann ist irgendwann die Frage egal ob die Feenwelt, die Anderwelt, zauberhafte Wesen, Pflanzen, Steine wahr sind oder nicht. Es kann sein, dass da mehr ist, als der wissenschaftlich geschulte Verstand erfassen kann.

Wildheit schieben wir von uns. Sie gehört doch zu den Wilden in Africa oder Amerika?!
Ist da etwas an ihr, was wir nicht sehen wollen – nachdem wir vielleicht sogar Sehnsucht haben aber es fürchten, weil wir es solange nicht mehr gelebt haben?

Wildheit ist nicht Zwanglosigkeit oder Zügellosigkeit.
Echte Wildheit, bei der die Augen blitzen, Kraft pulsiert, Klarheit herrscht, man nicht mehr in sich selbst gefangen ist, außer sich ist – sie dient einer Sache, hinter der man steht, für die man auch zu „sterben“ bereit ist. Sie kann sich nur innerhalb von Regeln entfalten, die akzeptiert werden.
Zu starre Regeln können sie allerdings töten.
Gute Regeln aber lassen sie erblühen.