In den Märchen stehen die Handelnden zwischen zwei Polaritäten: Gut und Böse.
Zwischen Gut und Böse schwingt das Pendel hin und her und durch diesen Widerstreit entsteht Glück, entwickelt sich Gemeinschaft.
Das Gute wird angestrebt, das Böse bekämpft.
Das Böse muss beseitigt werden, es gibt keinen Zweifel, kein halbseidenes Herumreden nach dem Motto: es ist nicht so schlimm, versuchen wir es doch noch mal, wenn wir gut sind, verwandelt sich das Böse von alleine.
Nein – der gierige Wolf muss in den Brunnen gestürzt werden, die grausame Hexe muss im Backofen verbrennen, der verruchte Zauberer bleibt gefressen.

Für das Gute wird der Kampf gegen Übermächtiges gewagt: Der Prinz kämpft gegen drei Drachen, Conn-Eda folgt seinem Helfer unter die Wasseroberfläche, Zottelhaube tritt einer Überzahl an Trollweibern entgegen und dann auch übergroßer Trauer.

Gäbe es nur das Böse, dann wäre alles böse: der Mord und die Liebe.
Gäbe es nur das Gute, dann wäre alles gut: der Mord und die Liebe.

Erst wenn es beides gibt und man sich entscheiden kann, entsteht lebenswerte Menschlichkeit, edle Gesinnung, Verantwortung und Gnade.